Die Lebenswelt unserer Kinder und Jugendlichen ist im Wandel. Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, der verstärke Einfluss digitaler Medien und Veränderungen in den Familien stellen Kinder und Jugendliche vor neue Herausforderungen. Für eine gesunde Entwicklung benötigen die jungen Menschen Kompetenzen. Prävention trägt dazu bei, diese Lebenskompetenzen zu entwickeln bzw. zu stärken. Es ist uns als Verein Suchtprävention Heilbronn e.V. ein wichtiges Anliegen, dass Präventionsangebote in ausreichendem Umfang zur Verfügung gestellt werden können. Wir unterstützen die Finanzierung von Personal, so dass Fachkräfte mit unterschiedlichen Kompetenzen die Präventionsprogramme z.B. an Schulen durchführen können. Daneben finanzieren wir die Anschaffung von Anschauungsmaterial, wie Rauschbrillen oder Infobroschüren. Unser Ziel ist es, den Bedarf an Suchtpräventionsangeboten bestmöglich zu bedienen.
Rund 9% der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren kamen in ihrem Leben bereits mindestens einmal in Kontakt mit Cannabis (Jahrbuch Sucht 2024). In diesem Alter ist der Cannabis-Konsum mit deutlich mehr Risiken verbunden als bei Älteren, da sich das Gehirn noch in der Entwicklung befindet. Cannabis beeinflusst den Gehirnstoffwechsel und hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Gefühlen und Bedürfnissen. Außerdem ist das Risiko für die Entwicklung einer Abhängigkeit höher, wenn bereits in jungen Jahren regelmäßig konsumiert wird. Im Rahmen der Prävention gehen die Fachkräfte mit den Jugendlichen ins Gespräch, vermitteln wichtige Informationen, sensibilisieren für mögliche Konsequenzen und regen zu einer Reflektion des eigenen Umgangs mit Cannabis an.
Gaming, Streaming, Social Media – insgesamt 98% der Kinder und Jugendlichen sind laut der JIM-Studie 2023 täglich oder mehrmals pro Woche online. Immer mehr junge Menschen werden mediensüchtig – das Handy wird zum besten Freund und Computer Spiele ersetzen das Fußballtraining. Im Rahmen der Prävention gehen die Fachkräfte mit den Jugendlichen ins Gespräch, reflektieren die eigene Mediennutzung, stärken einen gesunden Umgang mit Medien und fördern Aktivitäten und Hobbys im echten Leben.
Zigaretten, Shisha, Vapes – die Auswahl an unterschiedlichen Produkten ist riesig. Viele Jugendliche kommen in ihrer Jugendzeit damit in Kontakt und müssen sich entscheiden – „probiere ich auch mal oder lasse ich es lieber sein?“. Der Anteil aktueller Raucherinnen und Raucher im Jahr 2023 liegt bei den 14- bis 17-Jährigen bei 14,9 % und bei den 18- bis 24-Jährigen bei 37,6 % (Kotz, Klosterhalfen, 2024a). Vor allem das Interesse an E-Produkten steigt durch die bunten, blinkenden und gut riechenden Vapes enorm an. Im Rahmen der Prävention gehen die Fachkräfte mit den Jugendlichen ins Gespräch über Gründe für und gegen das Rauchen, besprechen körperliche und soziale Konsequenzen, klären über Gefahren auf und Stärken die Risikokompetenz der Jugendlichen, um eine bewusste Entscheidung treffen zu können.
Die Entwicklung eines gesunden Essverhaltens gehört zu den wichtigsten Aufgaben für Heranwachsende. Nicht selten wird dies jedoch erschwert durch z.B. den Einfluss von Social Media, wodurch sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers verzerren kann. Im Rahmen der Prävention gehen die Fachkräfte mit den Jugendlichen ins Gespräch über gesundes und gestörtes Essverhalten und unterstützen einen gesunden Umgang mit dem eigenen Körper.
Alkohol ist wie kaum eine andere Droge weit verbreitet in unserer Gesellschaft. In jungen Jahren kann das Zellgift jedoch großen Schaden in der körperlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen anrichten. Die Häufigkeit von Alkoholintoxikationen bei Jugendlichen lässt darauf schließen, dass oftmals die eigene Grenze noch nicht bekannt ist und die Wirkung häufig falsch eingeschätzt wird. Im Rahmen der Prävention gehen die Fachkräfte mit den Jugendlichen ins Gespräch über die Wirkweise von Alkohol auf Kinder und Jugendliche, üben das Vermeiden und Erkennen einer Alkoholvergiftung und sensibilisieren für einen altersgerechten Umgang mit Alkohol.
Spielen ist ein Grundbedürfnis, nicht nur von kleinen Kindern. Es dient der Entspannung und dem Vergnügen. Doch der Spaß am Spiel kann zum Problem werden, wenn um Geld gespielt wird. Glücksspielsucht ist ein verbreitetes Phänomen. Heute gibt es ein großes Angebot an Spielmöglichkeiten in Wettbüros, in Spielhallen oder online am heimischen Computer, die mit hohen Gewinnversprechen Spielerinnen und Spieler anlocken. Neben dem legalen Angebot gibt es auch das illegale Angebot ohne Spielerschutz. Wie kann es gelingen, bei aller Faszination durch das Spiel, das eigene Verhalten zu steuern?
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